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„Cecilia verdreht allen den Kopf“

Gelnhäuser Neue Zeitung Langenselbold Altkreis Hanau Dienstag, 17.April 2018


„Cecilia verdreht allen den Kopf“


Simon-and-Garfunkel Revival Band sorgt für ausgelassen Stimmung in der Klosterberghalle


Langenselbold (jus). Das Licht ging aus und Ruhe breitete sich im Saal der Klosterberghalle in Langenselbold aus. Dann kamen Michael Frank und Guido Reuter von der „Simon-and-Garfunkel-Revival-Band“ auf die Bühne und stimmten gemeinsam die ersten Töne von „Feelin‘ Groovy“ an – ein Titel, der gleichzeitig auch als das Motto des stimmungsvollen Konzertabends gesehen werden konnte. Denn bei den vielen eingängigen Melodien und Hits, die die Musiker auf die Bühne brachten, konnten die Besucher gar nicht anders, als sich von diesen in die klangvolle Welt von „Simon and Garfunkel“ mitnehmen zu lassen.


„So schnell vergeht ein Jahr und wir sind wieder hier“, begrüßte Sänger und Bandgründer Michael Frank das Publikum. Dass die Freude darüber nicht nur bei der Band aus Erfurt groß sei, stellte Guido Reuter mit Blick auf die gut besuchte Halle fest. Zu zweit stimmten sie noch das Lied „Homeward Bound“ an, bevor sie danach mit Mirko Sturm (Schlagzeug) und Sebastian Fritzlar (Keyboard, Ukulele, Gitarre und Bass) die beiden weiteren Band-Mitglieder auf die Bühne holten.


Ein akustisches Feuerwerk

Gemeinsam sorgten die vier Musiker dann für ein akustisches Feuerwerk, das bei den Fans von Simon and Garfunkel keine Wünsche offen ließ. Beeindruckend nah am Original und mit herausragend hoher Qualität ließen sie die alten Hits wieder lebendig werden und sorgten für viel Begeisterung im Publikum. Immer wieder beeindruckten die beiden Sänger Frank und Reuter dabei mit ihren perfekt harmonierenden Stimmen und ernteten beispielsweise für die einfühlsame Darbietung von „Scarborough Fair“ so viel Applaus, dass Frank scherzhaft feststellte, dass es bei einem Ausrasten zu so einem frühen Zeitpunkt im Konzert angebracht sei, nun ein trauriges Lied zu spielen, damit die Stimmung nicht eskaliere.


Dafür habe sich die Band die Geschichte eines jungen Mannes, der sich tapfer durchs Leben kämpfe, herausgesucht. Ein Schicksal, das auch die Band sowie alle Männer auf der Erde teilen würden. Ein vielstimmiges „Ohhhh“ seitens des einfühlsamen Publikums quittierte diese wohl nicht ganz ernstzunehmenden Ausführungen. Denn als die ersten Takte des „Boxer“ erklingen, ist von der angekündigten Traurigkeit nichts zu spüren. Es wurde im Takt mitgeklatscht und beim Refrain stimmte das Publikum in der Klosterberghalle lautstark in das eingängige „Leilalei“ ein. Immer wieder wechselten sich im Konzertverlauf langsame, emotionale Töne mit schnellen und mitreißenden Nummern ab. Die „Bright Eyes“ trafen auf „Hazy Shade Of Winter“ und „Cecilia“ verdrehte mit ihrer mitreißenden Art kurz vor der Pause noch einmal allen ordentlich den Kopf.


Auch die kurze Unterbrechung tat der Stimmung keinen Abbruch. So ging es nach der Pause mit „Mrs. Robinson“ gleich nahtlos weiter mit der langen Fahrt im Hit-Zug des erfolgreichen PopGespanns. Während die Revival-Band grundsätzlich das musikalische Werk des Pop-Duos Simon and Garfunkel würdigte, ließen es sich die Musiker nicht nehmen, in der zweiten Konzerthälfte auch einen kleinen Ausflug in die Welt der Solo-Erfolge von Paul Simon zu unternehmen. So ging es mit den Liedern „Graceland“ und „Call Me Al“ in die Welt des erfolgreichen Soloalbums, das Simon 1986 in Südafrika geschaffen hatte. An dieser Stelle bekam Sebastian Fritzlar für seine eindrucksvollen Bass-Klänge großen Extra-Applaus von den Langenselboldern. Wer dachte, damit hätte der Vollblutmusiker sein Pulver verschossen, wurde gleich im nächsten Lied eines Besseren belehrt. Vom Bass wechselte er an die Solodrum und auch Schlagzeuger Mirko Sturm schnallte sich eine einzelne Trommel um, während Guido Reuter zum Akkordeon griff. Mit „Obvious Child“ ging es musikalisch von Südafrika nach Brasilien, wo 1990 das Album „The Rhythm Of The Saints“ entstand.


Laute Trommelschläge und ein mitreißender Rhythmus

Und Rhythmus ist hier das Stichwort: Mit den lauten Trommelschlägen und dem mitreißenden Rhythmus des Liedes sorgte das Quartett für eine Stimmung, die den Zauber Brasiliens auf die kleine Bühne in der Langenselbolder Klosterberghalle brachte. Ein musikalisches Feuerwerk, das nicht nur die fleißigen Musiker leicht ins Schwitzen brachte. Mit „The Sound Of Silence“ wurde es besinnlich und mit „Bye Bye Love“ wurde es dann langsam Zeit, auch dem Publikum Goodbye zu sagen.


Während im hinteren Bereich der Halle schon eine ganze Weile mitgetanzt wurde, hielt es dann auch im restlichen Saal niemanden mehr auf den Sitzen. Mit stehenden Ovationen und Zugabe-Rufen, noch ehe die Musiker überhaupt die Bühne verlassen hatten, bedankte sich das Publikum für das herausragende Konzert. Mit „Bridge Over Troubled Water“ gab die Band diesen Dank noch einmal zurück. Zum Schluss kam die große Solo-Drum noch einmal zum Einsatz und „Cecilia“ durfte noch einmal ihr Unwesen treiben. Bis zum letzten Trommelschlag, der aus den Reihen des Publikums ausgeführt werden durfte, herrschte noch einmal ausgelassene Feierstimmung – ein würdiges Finale des gelungenen Konzertabends.

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